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    7月5日

    Windows Server 2008 R2: Neue Version, alte Nutzungsrechte

    Der aktuelle Hit der Band Silbermond trägt den Titel "Irgendwas bleibt" und handelt davon, dass die Welt schnell ist und verlernt hat, beständig zu sein. Die Sängerin fordert anklagend "ein kleines bisschen Sicherheit in einer Welt, in der nichts sicher scheint". Der Dame kann geholfen werden: Die Nutzungsrechte von Windows Server 2008 R2 sind unverändert im Vergleich zur Vorversion, wie die Produktbenutzungsrechte Juli 2009 belegen.
     
    Aus Kundensicht die vielleicht wichtigste Nachricht zuerst: Die Serversoftware hat eine neue Version, kenntlich am Zusatz R2, die aktive Software Assurance oder den Erwerb einer neuen Lizenz erfordert. Bestehende CALs können weiter genutzt werden - mit Windows Server 2008 CALs ist der Zugriff auf Version 2008 und auch Version 2008 R2 möglich.
     
    Im einzelnen: Unverändert wurden folgende Nutzungsrechte übernommen:
    • Anzahl der auf dem lizenzierten Server ausführbaren Instanzen pro Lizenz
      • Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2 Standard: 1 physische + 1 virtuelle Instanz
      • Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2 Enterprise: 1 physische + 4 virtuelle Instanzen
      • Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2 Datacenter: 1 physische + beliebig viele virtuelle Instanzen
    • Lizenzmodell: Serverlizenz+CALs / Prozessorlizenzen+CALs. Für die Editionen Standard und Enterprise erfolgt die Lizenzierung nach wie vor mit Serverlizenzen, für die Datacenter Edition sind unverändert mindestens 2 Prozessorlizenzen erforderlich. Für jeden (direkten oder indirekten) Zugriff auf eine dieser Editionen werden CALs benötigt.
      • Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2 Standard: Serverlizenz + Windows Server 2008 CALs
      • Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2 Enterprise: Serverlizenz + Windows Server 2008 CALs
      • Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2 Datacenter: Prozessorlizenzen + Windows Server 2008 CALs
    • Die Ausnahmefälle, in denen keine Windows Server CAL erforderlich ist:
      • anonyme Zugriffe über Internet
      • Kommunikation zwischen Servern, denen Serverlizenzen von Windows Server zugewiesen wurden
      • 2 Zugriffe nur zum Zweck der Verwaltung von Windows Server
      • Zugriffe auf die physische Betriebssystem-Umgebung, wenn diese nur für Bereitstellung und Ausführung von Hardware-Virtualisierung oder für Software zum Verwalten und Warten von Betriebssystem-Umgebungen auf diesem Server verwendet wird
    • Die zusätzliche Software, die mit Windows Server mitgeliefert wird und auf jedem Gerät (Server, Client) zusammen mit der Serversoftware genutzt werden darf:
      • AD-Migrationsprogramm
      • FRS-Überwachungstools
      • Remotedesktopverbindungs-Client (der hieß auch vorher schon so)
      • RSAT-Client
      • Servermigrationsprogramm

    Hat sich denn gar nichts verändert? Gibt es denn in dieser Welt gar keine Bewegung? Doch! Es besteht also keine Notwendigkeit, ein Lied über die Erstarrtheit der Welt zu schreiben, denn folgende Neuerungen hat Windows Server 2008 R2 anzubieten:

    • Die Terminaldienste (Terminal Services TS) werden in Remotedesktopdienste (Remote Desktop Services RDS) umbenannt. (Remotedesktopdienste - was für ein Wort! 86 Punkte beim Scrabble! Ich hätte es ja zur besseren Lesbarkeit wie im Englischen auseinander geschrieben, aber die deutschen Produktbenutzungsrechte wollen es ausdrücklich so haben.)
    • Das bedeutet: Bisher erwarb der Kunde "Windows Server 2008 TS CALs", ab Verfügbarkeit von Windows Server 2008 R2 erwirbt er "Windows Server 2008 RDS CALs".

      • Außer der Benennung ändert sich nichts: Jeder Nutzer bzw. jedes Gerät mit einer zugewiesenen Windows Server 2008 CAL + Windows Server 2008 TS CAL kann sowohl auf die Windows Server 2008 Terminaldienste als auch auf die Windows Server 2008 R2 Remotedesktopdienste zugreifen.
      • Und umgekehrt: Jeder Nutzer bzw. jedes Gerät mit einer zugewiesenen Windows Server 2008 CAL + Windows Server 2008 RDS CALs kann sowohl auf die Windows Server 2008 Terminaldienste als auch auf die Windows Server 2008 R2 Remotedesktopdienste zugreifen.

    Zum Abschluss bleibt die Frage: Ist denn Windows Server 2008 R2 bereits auf dem Markt verfügbar, wenn die Produktbenutzungsrechte schon aktualisiert sind? Nein, denn erst in dem Monat, in dem die neue Version in der Product List auftaucht, gilt sie für Kunden der Volumenlizenzprogramme als erschienen. Und das ist im Juli 2009 noch nicht der Fall. Mal schauen, ob das noch im Sommer passieren wird!

    In diesem Sinne bin ich zuversichtlich, dass immer "Irgendwas bleibt", was mir Stoff für meinen Lizenzblog liefert...
     
    Irene aka Lizenzi Mädchen

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